Kontaktlose Diagnose thermischer Auffälligkeiten.

Die Thermografieprüfung ergänzt die Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen nach DIN VDE 0105-100 und ersetzt die DGUV-Prüfung nicht. Als kontaktlose Diagnosemethode hilft sie, thermische Auffälligkeiten und mögliche Schwachstellen im laufenden Betrieb frühzeitig zu erkennen.

Elektrosicherheit

Normen, Verfahren und Nachweise.

Ergänzende Thermografie elektrischer Anlagen
Zustandsbewertung im laufenden Betrieb

Die Thermografie ist eine sinnvolle ergänzende Prüf- und Diagnosemethode zur Beurteilung des Zustands elektrischer Anlagen. Sie ergänzt die wiederkehrende Prüfung nach DIN VDE 0105-100, ersetzt diese jedoch nicht.

Als kontaktloses Messverfahren ermöglicht die Thermografie die frühzeitige Erkennung thermischer Auffälligkeiten und potenzieller Schwachstellen – und das in der Regel ohne Betriebsunterbrechung.

Im Rahmen der Untersuchung werden elektrische Anlagen im laufenden Betrieb mit einer Wärmebildkamera analysiert, um Temperaturabweichungen sichtbar zu machen und mögliche Überlastungen oder Kontaktprobleme frühzeitig zu identifizieren.

Rechtliche und technische Einordnung

Die Thermografie kann im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung als ergänzendes Prüf- und Diagnoseverfahren eingesetzt werden. Sie unterstützt die Bewertung der Betriebssicherheit elektrischer Anlagen und trägt zur Früherkennung sicherheitsrelevanter Zustände bei.

Relevante Grundlagen sind unter anderem:

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
  • DGUV Vorschrift 3
  • DGUV Vorschrift 4
  • TRBS 1201
  • DIN VDE 0105-100

Die Ergebnisse der Thermografie dienen als ergänzende Entscheidungsgrundlage für Wartung, Instandhaltung und weiterführende Prüfmaßnahmen.

Normen, Qualifikation und Auswertung

Die Durchführung und Bewertung thermografischer Untersuchungen orientiert sich an anerkannten technischen Regelwerken und Qualifikationsstandards, insbesondere:

  • DIN EN ISO 9712 (Zertifizierung von Personal in der zerstörungsfreien Prüfung)
  • DIN EN 16714 (Zerstörungsfreie Prüfung – Thermografie)
  • VDI 2870 (technische Anwendungen und Bewertung)
  • VdS 2859 (Thermografie in elektrischen Anlagen)

Diese Regelwerke definieren Anforderungen an die Qualifikation des Prüfpersonals, die Durchführung der Messung sowie die Bewertung und Dokumentation der Ergebnisse.

Ihre Vorteile auf einen Blick

  • Frühzeitige Erkennung von Überhitzungen und elektrischen Schwachstellen
  • Identifikation kritischer Stellen an Kabeln, Klemmen, Sicherungen und Schaltanlagen
  • Prüfung im laufenden Betrieb ohne oder mit minimaler Unterbrechung
  • Gezielte Planung von Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Reduzierung von Brandrisiken, Ausfällen und Folgeschäden
  • Nachvollziehbare Dokumentation für Betreiber, Versicherungen und Auditoren
  • Unterstützung der Betriebssicherheit von Verteilungen, Maschinen und Schaltanlagen
  • Effiziente Ergänzung zur klassischen DGUV V3 / VDE-Prüfung

Die Thermografie liefert eine wertvolle Zustandsbewertung elektrischer Anlagen und unterstützt Betreiber dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Betriebssicherheit nachhaltig zu erhöhen.

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